Druckentlastung einfach erklärt

(Ki generiertes bild)
Was ist eine Druckentlastung?
Die Druckentlastung ist eine Hydraulikfunktion zum Abbauen von Restdruck in Leitungen, Ventilen und Kupplungen. Nach dem Entlasten lassen sich die hydraulischen Anschlüsse eines Anbaugeräts meist ohne großen Kraftaufwand verbinden oder trennen.
Wie funktioniert die hydraulische Druckentlastung?
Auch bei ausgeschaltetem Motor kann in einer Hydraulikleitung noch Druck vorhanden sein. Ursachen sind beispielsweise das Eigengewicht eines Anbaugeräts, eine Erwärmung des Hydrauliköls oder eine zuvor betätigte Hydraulikfunktion.
Bei der Druckentlastung werden die betroffenen Leitungen mit dem Rücklauf oder Tank verbunden. Der eingeschlossene Restdruck kann sich dadurch abbauen. Anschließend lassen sich die Kupplungsstecker und Kupplungsmuffen leichter zusammenführen oder voneinander lösen.
Kehrmaschine am Radlader anschließen
Ein Fahrer nimmt mit dem Radlader eine hydraulisch angetriebene Kehrmaschine auf. Bevor er die Hydraulikschläuche verbindet, aktiviert er die Druckentlastung. Der Restdruck in den Anschlüssen wird abgebaut und die Schnellkupplungen lassen sich ohne übermäßigen Kraftaufwand verbinden.
Wie entsteht Restdruck in der Hydraulik?
Erwärmt sich eingeschlossenes Hydrauliköl, dehnt es sich aus und der Druck in der Leitung steigt.
Das Eigengewicht oder eine äußere Last kann weiterhin Druck auf einen Hydraulikzylinder ausüben.
Rückschlag- oder Steuerventile können Hydrauliköl und den vorhandenen Druck in einem Leitungsteil einschließen.
Wird ein Anbaugerät unter hydraulischer Spannung abgestellt, kann Druck in seinen Leitungen verbleiben.
Wie wird die Druckentlastung betätigt?
Die genaue Bedienung unterscheidet sich je nach Maschine. Häufig wird bei ausgeschaltetem Motor und eingeschalteter Zündung ein Taster für die Druckentlastung betätigt. Bei anderen Maschinen wird der Bedienhebel für die Zusatzhydraulik mehrmals in beide Richtungen bewegt.
Moderne Maschinen können den Druck über ein elektrisch angesteuertes Ventil abbauen. Teilweise befindet sich die Betätigung direkt am Schnellwechsler, an den Hydraulikanschlüssen oder außerhalb der Fahrerkabine.
Bei welchen Anbaugeräten ist sie hilfreich?
Welche Vorteile bietet die Druckentlastung?
Die Kupplungen können ohne großen Widerstand zusammengesteckt werden.
Hydraulische Anbaugeräte lassen sich schneller wechseln und in Betrieb nehmen.
Kupplungen, Dichtungen und Hydraulikschläuche werden beim Verbinden weniger mechanisch beansprucht.
Das Risiko eines unerwarteten Austritts von unter Druck stehendem Hydrauliköl wird reduziert.
Druckentlastung und Flat-Face-Kupplungen
Flat-Face-Kupplungen besitzen flache Dichtflächen und lassen sich vergleichsweise sauber verbinden. Sie reduzieren Ölverluste und das Eindringen von Schmutz, können bei hohem Restdruck jedoch ebenfalls schwer oder gar nicht kuppelbar sein.
Bestimmte Kupplungssysteme sind für das Kuppeln unter Restdruck ausgelegt. Dennoch müssen die Vorgaben des Maschinen- und Kupplungsherstellers beachtet werden.
Wie lässt sich Restdruck vermeiden?
Das Anbaugerät vollständig und standsicher auf dem Boden abstellen.
Die Maschine sichern und die Hydraulikpumpe gemäß Betriebsanleitung stillsetzen.
Die Steuerung bei freigegebener Druckentlastung vorsichtig in beide Richtungen bewegen.
Anschlüsse reinigen und mit geeigneten Schutzkappen gegen Schmutz verschließen.
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Quellen: Technische Betriebsanleitungen und Produktunterlagen von Herstellern für Radlader, Hoflader, Hydrauliksysteme, Schnellkupplungen und hydraulische Anbaugeräte.
Redaktion: Walanco Techniklexikon · Zuletzt geprüft: Juli 2026