Arbeitshydraulik einfach erklärt

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Baumaschinen & Hydraulik

Arbeitshydraulik einfach erklärt

Die Arbeitshydraulik überträgt die Motorleistung einer Baumaschine mithilfe von Hydrauliköl auf Zylinder und Hydraulikmotoren. Dadurch können beispielsweise Ladeanlagen gehoben, Schaufeln gekippt und hydraulische Anbaugeräte betrieben werden.

(KI generiertes Bild)
Kurz erklärt

Was ist die Arbeitshydraulik?

Die Arbeitshydraulik ist das Hydrauliksystem, das die Arbeitsbewegungen einer Maschine ausführt. Bei einem Radlader hebt und senkt sie die Ladeanlage, bewegt die Schaufel und versorgt hydraulisch angetriebene Anbaugeräte. Dabei erzeugt eine Hydraulikpumpe einen Ölstrom, der über Ventile gezielt zu Hydraulikzylindern oder Hydraulikmotoren geleitet wird.

Aufgabe
Arbeitsbewegungen ausführen
Energieträger
Hydrauliköl
Wichtige Kennwerte
Druck und Fördermenge
Anwendungen
Heben, Kippen, Antreiben

Wie funktioniert die Arbeitshydraulik?

Der Motor treibt eine Hydraulikpumpe an. Diese saugt Hydrauliköl aus dem Tank an und fördert es durch das Hydrauliksystem. Betätigt der Fahrer den Joystick oder einen Bedienhebel, steuert ein Ventil den Ölstrom zum gewünschten Verbraucher.

In einem Hydraulikzylinder drückt das Öl auf einen Kolben und erzeugt dadurch eine lineare Bewegung. Ein Hydraulikmotor wandelt den Ölstrom dagegen in eine Drehbewegung um. Das zurückströmende Öl wird gefiltert, gekühlt und anschließend wieder dem Kreislauf zugeführt.

Praxisbeispiel

Radlader beim Beladen eines Lkw

Der Fahrer zieht den Joystick zurück, um die Ladeanlage anzuheben. Das Steuergerät leitet Hydrauliköl zu den Hubzylindern. Beim Auskippen wird der Ölstrom zu den Kippzylindern umgeleitet. Die Kraft und Geschwindigkeit der Bewegungen hängen unter anderem vom Hydraulikdruck, von der Fördermenge und von der Motordrehzahl ab.

Aus welchen Bauteilen besteht die Arbeitshydraulik?

Hydraulikpumpe

Erzeugt den benötigten Ölstrom und versorgt die hydraulischen Verbraucher.

Hydrauliktank

Bevorratet das Hydrauliköl und ermöglicht dessen Kühlung und Entlüftung.

Steuerventile

Regeln Richtung und Menge des Ölstroms zu den einzelnen Verbrauchern.

Hydraulikzylinder

Wandeln hydraulische Energie in eine geradlinige Bewegung um.

Hydraulikmotoren

Erzeugen Drehbewegungen für hydraulisch angetriebene Anbaugeräte.

Filter und Kühler

Entfernen Verunreinigungen und halten die Öltemperatur im vorgesehenen Bereich.

Was bedeuten Hydraulikdruck und Fördermenge?

Hydraulikdruck

Der Druck wird meist in bar angegeben und beeinflusst, welche Kraft ein Hydraulikzylinder oder Hydraulikmotor erzeugen kann.

Hydraulikfördermenge

Die Fördermenge wird meist in Litern pro Minute angegeben und beeinflusst die Arbeitsgeschwindigkeit des Verbrauchers.

Hydraulische Leistung

Warum reichen Druck oder Fördermenge allein nicht aus?

Die Leistungsfähigkeit einer Arbeitshydraulik ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Druck und Fördermenge. Ein hoher Druck ermöglicht hohe Kräfte oder Drehmomente. Eine hohe Fördermenge ermöglicht schnelle Bewegungen. Erst beide Werte zusammen zeigen, ob ein hydraulisches Anbaugerät ausreichend versorgt werden kann.

Welche Arten von Arbeitshydraulik gibt es?

Konstantpumpensystem

Die Pumpe fördert abhängig von ihrer Drehzahl einen weitgehend festen Ölstrom. Nicht benötigte Ölmenge wird über das Ventilsystem zurückgeführt.

Verstellpumpensystem

Die Pumpe passt ihre Fördermenge an den tatsächlichen Bedarf an. Dadurch können Energieverluste und Kraftstoffverbrauch reduziert werden.

Load-Sensing-System

Das System erkennt den aktuellen Lastdruck und stellt bedarfsgerecht Druck und Fördermenge bereit.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitshydraulik und Zusatzhydraulik?

Die Arbeitshydraulik bezeichnet das gesamte hydraulische System für die Arbeitsfunktionen einer Maschine. Dazu gehören beispielsweise Hub-, Kipp- und Lenkfunktionen, sofern die Lenkung hydraulisch ausgeführt ist.

Als Zusatzhydraulik oder Zusatzsteuerkreis werden Anschlüsse bezeichnet, über die hydraulische Funktionen eines Anbaugeräts versorgt werden. Dazu gehören etwa Greiferschaufeln, Kehrmaschinen, Erdbohrer, Mulcher oder Schneefräsen.

Was bedeuten dritter und vierter Steuerkreis?

Neben den Grundfunktionen Heben und Kippen können Baumaschinen mit zusätzlichen hydraulischen Steuerkreisen ausgestattet sein. Ein dritter Steuerkreis ermöglicht beispielsweise das Öffnen und Schließen einer Greiferschaufel.

Ein vierter Steuerkreis kann eine weitere unabhängige Funktion übernehmen. Die genaue Bezeichnung und Belegung unterscheiden sich je nach Maschine, Hersteller und Anbaugerät.

Welche Anbaugeräte benötigen Arbeitshydraulik?

Greiferschaufel Kehrmaschine Mulcher Erdbohrer Schneefräse Hydraulikhammer Betonmischschaufel Greifer

Worauf ist bei hydraulischen Anbaugeräten zu achten?

  1. Erforderliche Fördermenge des Anbaugeräts prüfen.
  2. Zulässigen Betriebsdruck vergleichen.
  3. Notwendige Anzahl der Steuerkreise berücksichtigen.
  4. Freien Rücklauf oder Leckölanschluss prüfen.
  5. Kupplungen und Anschlussgrößen vergleichen.
  6. Dauerbetrieb und erforderliche Ölkühlung berücksichtigen.
  7. Herstellerfreigabe für Maschine und Anbaugerät beachten.

Warum ist die Öltemperatur wichtig?

Hydrauliköl verändert seine Viskosität mit der Temperatur. Kaltes Öl ist zähflüssiger und kann zu verzögerten Bewegungen und höheren Druckverlusten führen. Zu heißes Öl wird dünnflüssiger und kann die Schmierwirkung sowie die Lebensdauer von Dichtungen und Bauteilen beeinträchtigen.

Besonders Anbaugeräte mit kontinuierlichem Ölbedarf können das Hydrauliksystem stark erwärmen. Für solche Einsätze müssen Fördermenge, Rücklauf, Kühlerleistung und die Freigabe für Dauerbetrieb geprüft werden.

Wie wird die Arbeitshydraulik gewartet?

Ölstand prüfen

Ein zu niedriger Ölstand kann Luftansaugung, Leistungsverlust und Schäden verursachen.

Filter wechseln

Verschmutzte Filter erhöhen den Strömungswiderstand und beeinträchtigen die Ölreinheit.

Leitungen kontrollieren

Schläuche, Verschraubungen und Kupplungen müssen regelmäßig auf Schäden und Leckagen geprüft werden.

Ölkühler reinigen

Verschmutzte Kühler können zu erhöhten Hydrauliköltemperaturen führen.

Woran erkennt man Störungen der Arbeitshydraulik?

  • Arbeitsbewegungen sind langsam oder ruckartig.
  • Die Maschine erreicht nicht mehr die gewohnte Hubkraft.
  • Hydrauliköl oder Bauteile werden ungewöhnlich heiß.
  • Pumpe oder Ventile verursachen auffällige Geräusche.
  • Zylinder sinken unter Last ungewollt ab.
  • Hydrauliköl tritt an Schläuchen, Kupplungen oder Dichtungen aus.

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Quellen: Technische Herstellerinformationen zu hydraulischen Systemen von Radladern und Baumaschinen sowie allgemeine Grundlagen zu Hydraulikdruck, Fördermenge, Hydraulikpumpen und Steuerungstechnik.

Redaktion: Walanco Techniklexikon · Zuletzt geprüft: Juli 2026