Allradlenkung einfach erklärt
Radlader mit sichtbar eingeschlagenen
Vorder- und Hinterrädern
Was ist Allradlenkung?
Bei der Allradlenkung werden nicht nur die Räder der Vorderachse, sondern auch die Räder der Hinterachse gelenkt. In engen Kurven schlagen Vorder- und Hinterräder meist in entgegengesetzte Richtungen ein. Dadurch wird der Wendekreis kleiner und die Maschine besonders wendig.
Wie funktioniert eine Allradlenkung?
Bei einem herkömmlichen Fahrzeug lenkt in der Regel nur die Vorderachse. Bei einer Maschine mit Allradlenkung werden dagegen auch die Räder der Hinterachse über Lenkzylinder und eine hydraulische oder elektronisch gesteuerte Lenkung bewegt.
Im normalen Allradlenkmodus schlagen die Hinterräder entgegengesetzt zu den Vorderrädern ein. Das Heck folgt dadurch enger der Vorderachse. Die Maschine benötigt beim Wenden weniger Platz und lässt sich präziser an Hindernissen, Wänden oder Materialstapeln entlangführen.
Materialumschlag auf einer engen Baustelle
Ein Radlader transportiert Paletten zwischen einem Lkw und einer schmalen Baustellenzufahrt. Dank Allradlenkung kann der Fahrer die Maschine auf engem Raum wenden und die Palette präzise anfahren. Weniger Rangierzüge sparen Zeit und reduzieren das Risiko, Mauern, Fahrzeuge oder gelagertes Material zu berühren.
Welche Lenkarten gibt es?
Vorder- und Hinterräder lenken gegensinnig. Das sorgt für einen besonders kleinen Wendekreis.
Nur die Vorderachse wird gelenkt. Dieser Modus kann sich für Straßenfahrt oder höhere Geschwindigkeiten eignen.
Vorder- und Hinterräder lenken in dieselbe Richtung. Die Maschine bewegt sich dadurch schräg seitlich.
Moderne Systeme stimmen Lenkwinkel und Fahrzustand automatisch aufeinander ab.
Welche Vorteile bietet Allradlenkung?
Die Maschine kann auf deutlich engerem Raum wenden als bei reiner Vorderachslenkung.
Viele Fahrmanöver lassen sich mit weniger Vor- und Rückwärtsbewegungen durchführen.
Ein starrer Fahrzeugrahmen kann auch während des Lenkens eine gleichmäßige Lastverteilung unterstützen.
Paletten, Schaufeln und andere Anbaugeräte lassen sich genauer an der gewünschten Stelle ausrichten.
Wo ist Allradlenkung besonders vorteilhaft?
Bei welchen Maschinen wird Allradlenkung eingesetzt?
Allradlenkung oder Knicklenkung?
Die Räder beider Achsen werden gelenkt, während der Hauptrahmen der Maschine weitgehend gerade bleibt.
Vorder- und Hinterwagen sind über ein Knickgelenk verbunden. Beim Lenken knickt der gesamte Fahrzeugrahmen ein.
Welche Bedeutung hat der starre Fahrzeugrahmen?
Viele allradgelenkte Radlader besitzen einen ungeteilten Fahrzeugrahmen. Da die Maschine nicht über ein mittiges Knickgelenk lenkt, verändert sich die Position der Vorder- und Hinterachse zueinander beim Lenken kaum.
Dies kann eine gleichmäßige Lastverteilung und eine stabile Arbeitsposition unterstützen. Die tatsächliche Standsicherheit hängt jedoch weiterhin von Maschinenbauart, Last, Hubhöhe, Untergrund und Lenkeinschlag ab.
Wovon hängt der Wendekreis ab?
Je stärker die Räder einschlagen können, desto enger kann die Maschine grundsätzlich wenden.
Ein kurzer Radstand unterstützt kompakte Wendemanöver und eine hohe Manövrierfähigkeit.
Reifengröße, Spurweite und Freigängigkeit beeinflussen den maximal möglichen Lenkeinschlag.
Für den tatsächlichen Platzbedarf sind neben dem Wendekreis auch Fahrzeugbreite und Anbaugerät relevant.
Was ist bei Wartung und Kontrolle wichtig?
Eine Allradlenkung besteht aus mehreren mechanischen und hydraulischen Komponenten. Dazu zählen Lenkzylinder, Gelenkköpfe, Spurstangen, Achsschenkel, Sensoren und gegebenenfalls elektronische Steuergeräte.
Spiel, Undichtigkeiten oder eine fehlerhafte Synchronisierung können das Fahrverhalten beeinträchtigen. Deshalb müssen die vom Hersteller vorgeschriebenen Prüf-, Schmier- und Wartungsintervalle eingehalten werden.
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Quellen: Technische Betriebsanleitungen und Produktunterlagen von Herstellern für allradgelenkte Radlader, Teleskoplader, Hoflader und kommunale Arbeitsmaschinen.
Redaktion: Walanco Techniklexikon · Zuletzt geprüft: Juli 2026